| Langener Zeitung vom 25.10.2011 | ||||
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Den Notfall mit Bravour gemeistert
SSG-Konzertchor musste um ein Haar Konzert absagen Langen (lfp) Was kann Schlimmeres passieren, als dass nach der letzten Generalprobe der Dirigent wegen Krankheit plötzlich ausfällt? Als am Sonntagmorgen bekannt wurde, dass Joachim Siegel, mit dem der Konzertchor Langen der Sport- und Sängergemeinschaft fast ein Jahr lang für den großen Auftritt geprobt hatte, nicht für das Konzert am Abend in der Stadthalle zur Verfügung stehen würde, waren die Sänger erst mal geschockt. ? So etwas möchte ich nicht noch mal erleben. "Einerseits waren wir in Sorge um unseren Dirigenten, auf der anderen Seite stand die Frage, ob wir das Konzert durchziehen ? nur mit welchem Dirigenten? - oder ausfallen lassen, was große finanzielle Probleme nach sich gezogen hätte", gab Abteilungsvorsitzender Manfred Krüger die Stimmungslage wieder. Das Cordis-Ensemble als Begleitorchester war ebenso verpflichtet, wie die Gesangssolisten Britta Jacobus (Mezzosopran) und Sebastian Kitzinger (Bariton). Die Verantwortlichen entschieden sich für die Suche nach einem Ersatzdirigenten. Nach vielen Telefonaten erklärte sich buchstäblich in letzter Sekunde Livio Varcol (das Mitglied des Cordis-Ensembles war bei der Generalprobe dabei) bereit, diese außergewöhnliche Herausforderung anzunehmen. Mit den ausgewählten Stücken aus der Welt der Oper hatten die Sänger sich nämlich besonders anspruchsvoller Chor- und Orchesterliteratur verschrieben. Man war sich einig: "Das packen wir." Als sich der Vorhang schließlich öffnete, galt nur noch das Motto: Augen zu und durch. Moderator Jürgen K. Gruhl vermittelte die besonderen Umstände an das Publikum und Livio Varcol legte seine ganze Erfahrung in die Waagschale. Die Ouvertüre aus Rossinis "Wilhelm Tell" meisterte das Cordis-Ensemble ebenso bravourös wie der Chor das Eingangslied "Friedlicher Himmel" (Rossini). Der erste Beifall des Publikum war Labsal für die angespannten Nerven der Akteure. Es lief nahezu perfekt und das Publikum war abermals begeistert. Dass der routinierte Oboist Varcol die beiden Gesangssolisten exakt zu ihren Einsätzen würde führen können, daran zweifelte kaum jemand. "Wenn man mir nicht gesagt hätte, dass dort oben jetzt ein anderer Dirigent steht, ich hätte das nicht gemerkt - und ich denke, die meisten anderen wohl auch nicht", schilderte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Wahler-Wunder ihren Eindruck. Auch Bürgermeister Frieder Gebhardt fand nur anerkennende Worte für die Leistung von Dirigent und Konzertchor. Im zweiten Teil war die Lockerheit bei Dirigent, Orchester und Chor schon zu spüren. Auch die Gesangssolisten Britta Jacobus und Sebastian Kitzinger fanden ihre Einsätze und insbesondere der Frauenchor schien beim "Chor der Brautjungfern" aus der Oper "Der Freischütz" stimmliche Freudensprünge zu machen. "Unsere Einsätze kamen zwar nicht immer perfekt, aber ich denke, das haben nur die Fachleute herausgehört", meinte Manfred Krüger selbstkritisch. Das Publikum jedenfalls geizte nicht mit Applaus. |
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